Auf dem Gelände des Johann-Sebastian-Bach-Gymnasiums in Mannheim entstand 2017 das „Haus der Wissenschaft“: Ein Gebäude mit naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen und einer integrierten Sporthalle. Um Platz für den Neubau zu schaffen, wurden das ehemalige Martin-Bucer-Haus und die alte Schulsporthalle zurückgebaut.

Ein besonderer Fokus in diesem Projekt war die Sicherstellung der Standsicherheit der Nachbargebäude, die hohen Anforderung an das Erscheinungsbild der neuen Schule sowie die Planung der neuen Turnhalle mit den darüberliegenden Klassenräumen.

HALLO NACHBAR

So wie viele Bauprojekte wurde auch dieses nicht auf einem freien offenen Feld gebaut, sondern es herrschten beengte Platzverhältnisse. Der Abbruch des Bucer-Hauses sowie der ehemaligen Turnhalle grenzte in Teilbereichen an das Gründungsniveau der Nachbargebäude. Ein Erkennen der Umgebungssituation mit allen Randparametern ist von Beginn an essenziell, um Abbruch, Verbau und notwendige Unterfangen optimal zu planen und somit die Standsicherheit nicht nur für das Neubaugebäude, sondern auch die der Nachbargebäude sicherzustellen.

ROHBAU TRIFFT ARCHITEKTUR

Nicht nur das Erscheinungsbild des Neubaus passt sich der ortstypischen Gestaltung an, auch die Innenwände sollten möglichst zeitlos in Struktur und Farbe erscheinen. Dies gelang durch die Ausführung aller Innenwände in Sichtbeton. Um diese architektonische Anforderung der Wände zu erreichen, benötigte es eine gesonderte Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten. So wurden schon im Vorfeld definierte Betonierabschnitte festgelegt, wodurch sich die Anzahl der sichtbaren Fugen deutlich verringern ließ. Während der Bauausführung standen wir der Baufirma ebenfalls beratend zur Seite, sodass die höheren Anforderungen in Schalung und Beton berücksichtigt wurden.

ATYPISCH

Um die Lichtverhältnisse in den Klassenräumen optimal ausnutzen zu können, wurden diese im zweiten Obergeschoss und somit über der zweigeschossigen Sporthalle angesiedelt. Das bedeutete, dass die vorhandene Spannweite der Turnhalle von ca. 22 m mit zusätzlichen Lasten aus den darüberliegenden Klassenräumen überbrückt werden musste. Durchdachte Statiken, saubere Ausführungspläne und die direkte Kommunikation führten zur Lösung dieser komplexen Aufgabenstellung.